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  "date": "2025-12-29T14:45:00+01:00",
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  "slug": "39c3-supplements-und-social-media-wenn-der-online-hype-zur-realen-gesundheitsgefahr-wird",
  "title": "Supplements und Social Media \u2013 wenn der Online-Hype zur realen Gesundheitsgefahr wird",
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  "language": "de",
  "track": "Science",
  "type": "Talk",
  "abstract": "Nicht zuletzt durch die Werbung in den sozialen Medien werden in Deutschland immer mehr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel verkauft. Einige Influencer bringen sogar ihre eigenen Pr\u00e4parate auf den Markt. Gleichzeitig h\u00e4ufen sich F\u00e4lle, in denen die Einnahme von vermeintlich harmlosen \u201eSupplements\u201c zu Gesundheitssch\u00e4den gef\u00fchrt hat. Der Vortrag will daher die Mechanismen hinter dem Supplement-Hype aufzeigen, zudem erkl\u00e4ren, warum aktuell ein ausreichender Verbraucherschutz insbesondere im Internet nicht gew\u00e4hrleistet werden kann, wo Handlungsbedarf f\u00fcr die Politik besteht und wie man sich selbst vor fragw\u00fcrdigen Produkten sch\u00fctzen kann.",
  "description": "Der Markt f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel boomt seit Jahren. Daf\u00fcr sorgen unter anderem verschiedenste Influencer, die die Pr\u00e4parate in den sozialen Medien bewerben. Statt nur Produkte der gro\u00dfen Player in diesem Bereich anzupreisen, wie More Nutrition, ESN oder Holy Energy, haben einige Influencer mittlerweile sogar ihre eigenen Nahrungserg\u00e4nzungsmittelmarken auf den Markt gebracht.\n\nVersprochen wird dabei vieles: Pre-Workout-Booster sollen die Leistung beim Krafttraining erh\u00f6hen und blitzschnell zum Traumk\u00f6rper verhelfen, w\u00e4hrend Gaming-Booster Wachheit und eine Top-Performance beim Zocken versprechen. Wieder andere Kapseln oder auch Gummib\u00e4rchen sollen f\u00fcr eine makellose Haut oder einen ruhigen Schlaf sorgen. Manche Pr\u00e4parate k\u00f6nnen angeblich sogar Krankheiten vorbeugen oder heilen.\n\nDoch was steckt tats\u00e4chlich in diesen Mitteln, die online regelrecht gehypt werden? Rein rechtlich handelt es sich um Lebensmittel, was wiederum bedeutet, dass sie ohne beh\u00f6rdliche Zulassung auf den Markt gebracht werden d\u00fcrfen. Es gen\u00fcgt schon, wenn der Unternehmer f\u00fcr die Sicherheit garantiert. Die H\u00fcrden f\u00fcr einen Marktzutritt sind damit denkbar niedrig, w\u00e4hrend gleichzeitig Gewinnmargen locken, die sogar den illegalen Drogenhandel \u00fcbertreffen.\n\nDas Ergebnis zeigt sich in den Berichten der amtlichen Lebensmittel\u00fcberwachung: Bei den Proben, die das Nieders\u00e4chsische Landesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Jahr 2024 untersucht hat, entsprachen rund neun von zehn Proben (89 %) nicht den rechtlichen Vorgaben. Neben M\u00e4ngeln bei der Kennzeichnung und Bewerbung, wodurch Verbraucher viel Geld f\u00fcr wirkungslose Pulver ausgeben, ist die stoffliche Zusammensetzung der Produkte besonders kritisch. So kann beispielsweise die Einnahme von \u00fcberdosierten Vitamin-D-Pr\u00e4paraten zu St\u00f6rungen des Calciumstoffwechsels f\u00fchren (sog. Hypercalc\u00e4mien). Vermeintlich harmlose pflanzliche Pr\u00e4parate, wie Kurkuma oder Ashwaganda, k\u00f6nnen zu Lebersch\u00e4den bis hin zum Leberversagen f\u00fchren. Besonders brisant ist dabei, dass die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr die Erforderlichkeit einer Lebertransplantation oder den Tod des Patienten h\u00f6her ist als bei Lebersch\u00e4den durch Arzneimittel (83 vs. 66 %). Es kommen also Menschen durch die Einnahme von Pr\u00e4paraten zu Schaden, mit deren Hilfe sie ihrer Gesundheit eigentlich etwas Gutes tun wollten.\n\nDer Vortrag beleuchtet daher die aktuelle Marktsituation unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des Influencer-Marketings kritisch, erkl\u00e4rt den Unterschied zwischen Nahrungserg\u00e4nzungs- und Arzneimitteln und stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr das Inverkehrbringen und die Bewerbung von Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln dar. Zudem wird aufgezeigt, warum ein ausreichender Verbraucherschutz durch die aktuellen M\u00f6glichkeiten des Lebensmittelrechts insbesondere im Internet nicht gew\u00e4hrleistet werden kann, wo Handlungsbedarf f\u00fcr die Politik besteht und wie man sich selbst vor fragw\u00fcrdigen Produkten sch\u00fctzen kann.\n",
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      "name": "Christoph Wiedmer",
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      "biography": "Ich habe Lebensmittelchemie an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg studiert und anschlie\u00dfend am Fraunhofer Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising (bei M\u00fcnchen) promoviert. Danach habe ich eine Ausbildung zum staatlich gepr\u00fcften Lebensmittelchemiker am Bayerischen Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit absolviert und war mehrere Jahre als lebensmittelchemischer Sachverst\u00e4ndiger mit dem Schwerpunkt Nahrungserg\u00e4nzungsmittel t\u00e4tig. Seit Januar 2024 bin ich Professor f\u00fcr Lebensmittellehre an der Hochschule Anhalt.\n\nDar\u00fcber hinaus bin ich erfolgreicher Science Slammer und Autor (\"Lebensmittell\u00fcgen\", Piper Verlag).\n",
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