{
  "url": "https://fahrplan.events.ccc.de/rc3/2020/Fahrplan/events/11460.html",
  "id": 11460,
  "guid": "596dce9c-c924-477e-a64c-f0a3484ba0c5",
  "logo": null,
  "date": "2020-12-29T18:00:00+01:00",
  "start": "18:00",
  "duration": "00:40",
  "room": "rC1",
  "slug": "rc3-11460-nachrichten_aus_dem_coroninchenbau",
  "title": "Nachrichten aus dem Coroninchenbau",
  "subtitle": "Rechte Mobilisierung in Zeiten der Pandemie",
  "track": "Ethics, Society & Politics",
  "type": "Talk",
  "language": "de",
  "abstract": "Welche Lessons Learned k\u00f6nnen wir aus den den Strategien der extremen Rechten im Jahr 2020 ziehen \u2013 auch in Bezug auf die Mobilisierung der AfD zur Bundestagswahl?",
  "description": "Das Jahr 2020 waren umgerechnet sieben Rechtsextremismusexperinnenjahre. Die Mediale Diskurse drehten sich um Verschw\u00f6rungsideologen auf Telegram, Mobilisierung gegen Ma\u00dfnahmen zur Pandemieeind\u00e4mmung auf der Stra\u00dfe, Reichstagstreppenwettl\u00e4ufe und B\u00fcrgerkriegsphantasien. \r\n\r\nAuch wenn sich das Abheften derartiger Ph\u00e4nomene als \"bedauerlicher Einzelfall\" in so mancher Beh\u00f6rde in der Vergangenheit durchaus bew\u00e4hrt haben mag \u2013 Es ist wichtig all diese Ph\u00e4nomene als Teil einer gemeinsamen Strategie der extremen Rechten zu begreifen. \r\n\r\nAuch Verschw\u00f6rungsmythen sind nicht etwa mit Corona pl\u00f6tzlich aus dem Nichts gekommen, sondern schon lange ein elementarer Bestandteil rechtsextremer Weltbilder. Das Narrativ einer angeblichen gro\u00dfen Verschw\u00f6rung erlaubt es nicht nur, sich selbst als \"erleuchtete\" Gruppe zu inszenieren, die einzig und allein den \"Volkswillen\" kenne und durchsetzen k\u00f6nne. Das Drohszenario einer angeblichen Herrschaft des Unrechts, wird auch dazu benutzt, Gewalt gegen Andersdenkende zu legitimieren. Dass Verschw\u00f6rungsmythen eine wichtige Rolle bei der Radikalisierung von Attent\u00e4tern spielen d\u00fcrfte nicht erst seit Hanau und Halle klar sein. Die Erz\u00e4hlung von einer gro\u00dfen Medienverschw\u00f6rung immunisiert Anh\u00e4nger schlie\u00dflich h\u00f6chst effektiv gegen Kritik von au\u00dfen. \r\n\r\nDas paradoxe an rechtsextremen Narrativen zu Corona ist, dass es sich hierbei um Geschichten handelt, in denen man sich zugleich als Held und Opfer sieht. Einerseits wird behauptet, \"das Volk\" stehe hinter einem und einige wenige gezielte Aktionen k\u00f6nnten den Funken f\u00fcr einen B\u00fcrgerkrieg entz\u00fcnden. Andererseits wird das angebliche eigene Leid in der Coronazeit allen ernstes mit dem Holocausts und dem Schicksal von Anne Frank verglichen. Manch einer sieht seinen \"Widerstand\" gegen eine vermeintliche \"Corona-Verschw\u00f6rung\" gar in der Tradition des Kampfes der Wei\u00dfen Rose gegen den NS-Terror. \r\n\r\nDie Debatte um die Rolle rechtsextremer Mobilisierung bei den verschw\u00f6rungsideologischen Demos der letzten Monate zeigt vor allem: Das Bild dessen, was einen Rechtsradikale ausmacht, ist in weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung veraltet. Das Wissen dar\u00fcber, wie die Szene auf Telegram, Twich, TikTok und Instagram agiert und wie rechtsextreme Mobilisierung funktioniert ist nicht weit verbreitet. Eine der Folgen der st\u00e4ndigen Fokussierung auf einzelne Ereignisse und Ph\u00e4nomene: Mithilfe koordinierter Aktionen k\u00f6nnen Rechtsextremisten regelm\u00e4\u00dfig mediale Diskurse kapern. Wie kann das f\u00fcr die Zukunft verhindert werden?\r\n\r\nKarolin Schwarz und Katharina Nocun",
  "recording_license": "",
  "do_not_record": false,
  "persons": [
    {
      "id": 12783,
      "public_name": "Raeuberhose"
    },
    {
      "id": 8662,
      "public_name": "Katharina Nocun"
    }
  ],
  "links": [],
  "attachments": [],
  "room_id": "973ec154-a5b5-40ac-b4e8-b74137f647e8",
  "origin": null
}